Demokratiegeschichten

23.02.1871: Hedwig Dransfeld

Hedwig Dransfeld war römisch-katholisch.

Ein ungewöhnlicher Einstieg, um jemanden vorzustellen. Zumal man Dransfeld auch als Politikerin, Frauenrechtlerin oder Lehrerin vorstellen könnte.

Doch ihr Glauben und die Kirche waren prägend für Hedwig Dransfelds Engagement. Seit 1905 arbeitete sie für die Zeitschrift “Die Christliche Frau”. Von 1912 bis 1924 war sie zudem Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. (KDFB). In dieser Zeit versuchte Dransfeld, den Verein für Frauen aus nicht-bürgerlichen Schichten zu öffnen.

Besonderes Aufsehen erregte Dransfeld, als sie 1912 auf dem ersten deutschen Frauenkongress die Rede „Die Frau im kirchlichen und religiösen Leben“ hielt. Der sozialdemokratische Berliner Vorwärts  bezeichnete sie daraufhin als „die bedeutendste Frau der Gegenwart“. In ihrer Amtszeit wurde insbesondere die Frage des Frauenwahlrechts diskutiert. Aus dieser Diskussion hielt sich Dransfeld allerdings eher zurück.

Weniger zurückhaltend war Dransfeld beim Thema Krieg. Abermals erregte eine ihrer Reden Aufmerksamkeit, als der KDFB 1916 seine Versammlung im Reichstag abhielt und über die Nachkriegszeit debattierte. Dransfeld engagierte sich für den Frieden, 1916 entwarf sie das Konzept zum Bau einer Frauenfriedenskirche.

Als eine von insgesamt 37 weiblichen Abgeordneten zog Hedwig Dransfeld 1919 für die katholische Zentrumspartei in den ersten Reichstag ein. Bis zu ihrem Tod 1925 wirkte sie insbesondere an der neuen Sozialgesetzgebung mit. Sie lehnte es ab, Frauenfragen von politischen Fragen zu trennen.

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Über uns 
Annalena B. arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. als Projektkoordinatorin im Bereich Demokratiegeschichte.

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