Demokratiegeschichten

14. Juni 1846: Gründung der Republik Kalifornien

Seit der Unabhängigkeit Mexikos 1821 ist Alta California eine von dessen Provinzen, genießt allerdings eine gewisse Autonomie. Weil es zwischen den USA und Mexiko zunehmend Unstimmigkeiten gibt – die USA annektieren 1845 die Republik Texas – lehnt sich Kalifornien im Frühjahr des nächsten Jahres gegen die Zentralgewalt auf.

Denn die neu gewählte Regionalregierung unter José Castro (1808-1860) möchte sich abspalten, um sich aus einem drohenden Krieg zwischen den USA und Mexiko heraushalten zu können. Ob dies durch Unabhängigkeit oder durch den Anschluss an einen anderen Staat erfolgen soll, wird heftig debattiert.

Bevor es jedoch zu einer Entscheidung kommt, bricht die Bear-Flag-Revolte aus. Kaum mehr als 30 US-amerikanische Siedler verkünden am 14. Juni 1846 kurzerhand selbst die Unabhängigkeit. Erstes und einziges Staatsoberhaupt der Republik Kalifornien ist William Brown Ide (1796-1852), dessen Regierungszeit nur 25 Tage dauern wird. Staatliche Strukturen einer tatsächlichen Republik baut seine Regierung nie auf.

Ohne dass die Revoltierenden zu diesem Zeitpunkt davon wissen, war in der Tat bereits im Mai der Mexikanisch-Amerikanische Krieg ausgebrochen. Rasch rückt nun eine US-amerikanische Armee nach Kalifornien vor und kann das Gebiet bis zum 9. Juli vollständig erobern. Im September 1850 wird Kalifornien schließlich der 31. Bundesstaat der USA.

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Ulli E. arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. als Projektkoordinator im Bereich Demokratiegeschichte.

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