„Heimsuchung“ kommt ins Kino: Regie-Legende Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) verfilmt den Bestseller der vielfach prämierten Schriftstellerin Jenny Erpenbeck.
Mit dabei sind auch große Namen des deutschen Films. Dazu gehören unter anderem Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, Michael Mertens und Ullrich Matthes. Heute, am 15.Oktober 2026, startet der Film in den Kinos.
Ein Bestseller kommt auf die Leinwand

Mit der Verfilmung von Jenny Erpenbecks vielfach ausgezeichnetem Bestseller „Heimsuchung” wird ein bedeutendes Stück deutscher Gegenwartsliteratur auf die große Leinwand gebracht.
Dabei hat Regisseur Volker Schlöndorff den Roman eindrucksvoll in Bilder übersetzt. Der Film erzählt von verschiedenen Menschen und ihren Schicksalen, die im Buch vorkommen. Gleichzeitig zeigt der Film, welche Spuren die deutsche Geschichte hinterlässt.
Seine Premiere feierte der Film bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Dort wurde er erstmals einem internationalen Publikum präsentiert.
Jenny Erpenbeck: Die Frau hinter der Geschichte

Quelle: Wikimedia/Amrei-Marie
Jenny Erpenbeck, 1967 in Ost-Berlin geboren, debütierte 1999 mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind”. Es folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke.
Für ihre Werke wurde Erpenbeck vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie den Thomas-Mann-Preis, den Uwe-Johnson-Preis und den Hans-Fallada-Preis. Außerdem wurde sie mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Darüber hinaus erfreute sie sich bei Publikum als auch bei der Kritik großer Beliebtheit.
Auch international gilt Erpenbeck als wichtige literarische Gegenwartsautorin. Erpenbecks Werk „Heimsuchung“ wurde in über 30 Sprachen übersetzt. Darüber hinaus wurde der Roman auch international mehrfach ausgezeichnet.
Ein Ort erzählt ein Jahrhundert deutscher Geschichte

In ihrem 2008 veröffentlichten Roman „Heimsuchung“ erzählt Jenny Erpenbeck ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Dabei rückt sie einen einzigen Ort in den Mittelpunkt. Ein Grundstück am See in der Nähe von Berlin wird zum Schauplatz wechselnder Lebensgeschichten. Über mehrere Generationen hinweg begegnet der Leser unterschiedlichen Menschen und ihren Schicksalen, die eng mit diesem Ort verbunden sind. So entsteht ein vielschichtiges Bild deutscher Geschichte, das von politischen Umbrüchen, Verlust, Vertreibung und Neuanfang geprägt ist.

Der Film wurde im Einsteinhaus in Caputh gedreht. Viele Szenen spielen sich direkt in Einsteins Arbeitszimmer ab, also dort, wo Einstein vor seiner Vertreibung aus Deutschland zu Hause war. „Das Haus ist also nicht nur eine Kulisse, sondern auch selbst Zeuge der deutschen Geschichte
des 20. Jahrhunderts.“, sagt Erpenbeck in einem Interview mit Studiocanal.
Was bleibt bei der Verfilmung vom Buch noch übrig?

Heimsuchung, das Buch von Jenny Erpenbeck
Bei der Verfilmung von „Heimsuchung” bleibt die Grundidee des Buches erhalten. Im Mittelpunkt steht das Haus am See, in dem sich über viele Jahre hinweg die Schicksale seiner Bewohner:innen abspielen.
Der Regisseur Volker Schlöndorff schrieb das Drehbuch in enger Zusammenarbeit mit Jenny Erpenbeck. Dabei mussten sie jedoch viele Aspekte des Buches rauskürzen.
Das führt dazu, dass Charaktere zum Teil vollständig weggelassen wurden. Doch der besondere Fokus auf die Natur und das Haus bleibt auch im Film vorhanden.
Volker Schlöndorff

Preisgekrönt und Oscar-prämiert. Volker Schlöndorff zählt zu den renommiertesten Filmmachern Deutschlands. Volker Schlöndorff ist als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig. Besonders bekannt ist er für seine eindrucksvollen Literaturverfilmungen.
Volker Schlöndorff kam 1939 in Wiesbaden zur Welt. Er wurde vor allem durch Literaturverfilmungen wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum”, „Die Blechtrommel” und „Homo Faber” bekannt. Für Die Blechtrommel erhielt er 1980 den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film”. Damit gehört er zu den international erfolgreichsten deutschen Regisseuren.

Regina Ziegler

Quelle: Wikimedia/Superbass
Professorin Regina Ziegler ist Produzentin und die erste Frau, die sich in Deutschland traute, eine eigene Filmproduktionsfirma zu gründen. 1973 gründete sie die Regina Ziegler Filmproduktion . Im Laufe ihrer bislang 53-jährigen Tätigkeit als Produzentin hat sie mehr als 600 Filme realisiert.
Viele davon gewannen nationale und internationale Preise. 1973 produzierte sie ihren ersten Kinofilm: „Ich dachte, ich wäre tot” von Wolf Gremm.
Die Premiere
Am Mittwoch den 7.10. habe ich die Berliner Publikumspremiere im Rahmen des Schönen Mittwochs von Radioeins besucht. Hier zeigte man den Film erstmals vor einem großen Publikum in der Kulturbrauerei. Nach dem Film gab es noch ein Interview mit Regina Ziegler, Volker Schlöndorff, Ullrich Matthes und Jenny Erpenbeck. Knut Elstermann moderierte die Veranstaltung.
Weitere Links:
Der Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=uh_l5mlgfv4
Website: https://www.heimsuchung-derfilm.de/
Quellen:
Volker Schloendorff – Biografie


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