Demokratiegeschichten

Demokratie als Lebensform

Was ist Demokratie?

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, würden die einen sagen. Das heißt, sie beruht auf dem Recht ihrer Bürger*innen, sich an ihr zu beteiligen. Demokratie zeichnet sich durch eine starke Zivilgesellschaft aus, meinen die anderen. Ihre Prinzipien müssen in einer Gesellschaft verankert sein, damit in dieser beispielsweise Konflikte friedlich ausgetragen werden können.

Beide Seiten haben Recht und ergänzen sich, aber Demokratie ist noch mehr. Der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey prägte vor 100 Jahren den Begriff Demokratie als Lebensform:

„Demokratie ist mehr als eine Regierungsform; sie ist in erster Linie eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrung.“

Demokratie als Lebensform:

Als Dewey 1916 sein Werk „Demokratie und Erziehung“ veröffentlichte legte er ein Verständnis von Demokratie aus, was dem seiner Zeit voraus war. Demokratie ist als Form der Herrschaft wichtig, um die Rechte der Bürger*innen zu garantieren. Doch entscheidend ist das alltägliche Leben von Demokratie, sprich die Erfahrungen, die wir mit und in dieser machen. Im Zusammenleben der Gemeinschaft zeigt sich, ob Demokratie angenommen und gelebt wird. Und nur durch Erfahrungen mit Demokratie lernen wir, was Demokratie ist und wie wir sie leben können. Andersrum gilt, wer keine Erfahrungen mit Demokratie macht, kann diese kaum oder schlecht umsetzen. Daher gilt es, möglichst viele Bereiche des sozialen Miteinanders demokratisch zu gestalten: Von der Kinderziehung über den Schulunterricht bis hin zu einer selbstbestimmten Arbeit.

Dass Erfahren von Demokratie war für Dewey kein Mittel zum Zweck. Dewey ging es nicht um eine Indoktrination der Bürger*innen oder den Erhalt eines demokratischen Staates um jeden Preis. Vielmehr war er der Überzeugung, dass man nur in einer gelebten Demokratie ein sinnerfülltes und humanes Leben führen könne. Deshalb muss es uns auch heute darum gehen, Demokratie in unserem alltäglichen Miteinander erfahrbar zu machen. Damit wir mit Demokratie nicht nur eine Herrschaftsform, sondern vor allem eine Lebensform meinen.

Wie kann uns das gelingen? Wie gestaltet ihr demokratisches Leben und Miteinander?

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Annalena B. arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

1 Kommentar

  1. Berndt Steincke

    22. November 2018 - 11:58
    Antworten

    Danke für die Anregung !
    Demokratie ist auch für mich eine Form des aufgeklärten, rücksichtsvollen, freiheitlichen und friedlichen Zusammenlebens für die gemeinsame Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. „Gegen Vergessen -Für Demokratie“ ist dafür ein grossartiger Partner !

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