Demokratiegeschichten

Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe

Wir sind jetzt alle zwangsweise sehr viel zu Hause, denn wir können nicht wie sonst verreisen oder Verwandte besuchen. Und viele können nicht zur Arbeit gehen. Da wird einem klar, wie wichtig die eigenen vier Wände, das Dach über dem Kopf, die Wohnung oder das WG-Zimmer sind. Wo ist aber eigentlich die Demokratie zu Hause, wo hat sie ihren „gebauten Ort“?

Orte für Demokratie

Einige solcher Orte fallen uns sicher schnell ein, zum Beispiel Parlamentsgebäude oder Rathäuser. Vielleicht auch Stadthallen, Verwaltungsgebäude oder das Wahlkreisbüro eines Abgeordneten.

Wer sich nicht zu lange ohne Anhaltspunkte den Kopf zerbrechen möchte, dem empfehle ich die Wettbewerbsausschreibung der Wüstenrot Stiftung zum Thema „Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe“. Denn dort nennt die Stiftung fünf Kriterien, die so einen Ort ausmachen.

Fünf Kriterien

Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe sind laut Wüstenrot Stiftung Orte:

  • An denen Grundwerte einer offenen und freien Gesellschaft erlebbar werden.
  • An denen Menschen aller Schichten, Altersgruppen und Herkünfte zusammenkommen und lebendige Demokratie mitgestalten.
  • Die Teilhabe und Dialog über eine am Gemeinwohl orientierte Zukunft unserer Gesellschaft fördern.
  • Die die Geschichte unserer Demokratie vermitteln und durch die Gestaltung von Erinnerungskultur demokratische Werte stärken.
  • Die für unsere Demokratie von Bedeutung sind und durch aktiven Einsatz erhalten und gestaltet werden.

Orte der Demokratiegeschichte

Als Historiker finde ich die beiden letzten Kriterien besonders interessant. Ich muss sofort an die Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ denken. 2017 gegründet, sind fast 50 Vereine, Institutionen und Initiativen mit dabei. Ziel der AG ist es, „die Wahrnehmung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte lokal, regional und deutschlandweit zu fördern“. Wenn das nicht zum Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung passt.

Der Wettbewerb

Insgesamt stellt die Stiftung eine Preissumme von 100.000 Euro zur Verfügung, die allerdings auf mehrere „gebaute Orte“ verteilt wird. Die Preise werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung verliehen. Es erscheint zudem eine Veröffentlichung mit den ausgezeichneten Orten. Bewerben kann sich sich jeder, der in Deutschland fest wohnt, entweder mit einem Online-Formular oder per E-mail. Einsendeschluss der Bewerbungen, die mit Fotos ergänzt werden sollen, ist der 12. Mai.

Alle Infos zum Wettbewerb: https://www.orte-demokratie.de/

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Über uns 
Dennis R. arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

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