Demokratiegeschichten

11.10.1949: Gründung der Bundespressekonferenz

Am 15. September 1949 wählte die Mehrheit des Bundestags Konrad Adenauer zum ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Im selben Gebäude, aber am Rande der Veranstaltung, schlugen einige Journalist:innen per Aushang die „Gründung einer Bundespressekonferenz“ vor. Diese gründete sich offiziell am 11. Oktober 1949.

Mit der Gründung der Bundespressekonferenz (BPK) knüpfte man an eine Tradition der Weimarer Republik an. Während im Kaiserreich das Militär Pressekonferenzen organisiert hatte, übernahmen dies unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkrieges die Journalist:innen selbst. Statt der Regierung lud nun die BPK Politiker:innen und Sprecher:innen der Regierung ein.

Saal der Bundespressekonferenz, Vincent Eisfeld / nordhausen-wiki.de / CC-BY-SA-4.0.

Die nationalsozialistische Regierung schaffte diese Art der Pressekonferenz jedoch wieder ab. Im NS-Regime wurden Reichspressekonferenzen gezielt für die Verbreitung von Propaganda und Presselenkung genutzt. Unliebsame Journalist:innen hatten keine Chance, kritische Nachfragen zu stellen. (Und mussten sich Sorgen um ihre Unversehrtheit machen.)

Mit der Neu-Gründung der Bundespressekonferenz luden also wieder die Journalist:innen Politiker:innen als Gäste ein. So stellte und stellt man sicher, dass auch kritische Journalist:innen anwesend sind und die Regierung nicht das Gespräch lenkt. Tatsächlich ist die BPK damit eine Seltenheit: Nach wie vor sind es in den meisten anderen Ländern die Regierungen, die Gastgeber von Pressekonferenzen sind.

Artikel Drucken
Markiert in:
Über uns 
Annalena B. arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. als Projektkoordinatorin im Bereich Demokratiegeschichte.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert