Demokratiegeschichten

Hanna-Renata-Laurien-Platz

Berlin-Lankwitz

Wenn ich am Hanna-Renata-Laurien-Platz vorbeifahre, freue ich mich.
Nicht weil der Platz, der zwischen dem S-Bahnhof und dem Rathaus Lankwitz liegt, besonders schön und einladend wäre. Sondern, weil er an eine Politikerin erinnert, die vieles verkörperte, was mir auch heute in der Politik wichtig ist.

Interesse am einzelnen Menschen

Hanna-Renata Laurien interessierte sich wirklich für das Individuum. Sie hatte starke Prinzipien und einen starken Glauben, das Engagement galt aber stets auch den einzelnen Menschen. Als Schulleiterin sorgte sie 1967 dafür, dass eine schwangere Schülerin entgegen damals geltenden Gesetzen zum Abitur zugelassen wurde. Als Berliner Schulsenatorin in den  Achtziger-jahren kümmerte sie sich um Schüler, die von Schulen verwiesen werden sollte und davon bedroht waren, ohne Schulabschluss da zustehen.

„Hanna-Granata“, wie sie wegen ihrer Resolutheit auch genannt wurde, konnte wahrlich für die Sache streiten. Doch maßgeblich waren Respekt für das Gegenüber und das Prinzip der Meinungsfreiheit. Sie zitierte gerne und oft Voltaire:

„Ich werde Ihre Meinung bis an mein Lebensende bekämpfen, aber ich werde mich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass Sie sie haben und aussprechen dürfen.“

Nicht zuletzt empfinde ich am Hanna-Renata-Laurien-Platz auch Dankbarkeit für die Mitgründerin von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. Von 1993 bis 2007 war sie stellvertretende Vorsitzende des Vereins.
Bei mir löst das Straßenschild, das an die 2010 verstorbene Politikerin erinnert, etwas aus. Noch mehr würde ich mich aber freuen, wenn auch viele andere etwas Positives mit dem Namen Hanna-Renata Laurien verbinden.

 

 

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arbeitet bei Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

1 Kommentar

  1. Kerstin

    20. Oktober 2018 - 18:39
    Antworten

    Lieber Schreiber des Artikels,
    ein Ziel haben Sie schon erreicht, ich verbinde jetzt mit dem Namen Hanna-Renata-Laurien etwas wirklich Positives und Starkes…Eine Frau, die ohne wenn und aber für ihre Überzeugungen eintritt, danach handelt. Das macht doch Glaubwürdigkeit aus, die wir in unserer Gesellschaft so oft vermissen…Wem können wir denn heute noch trauen? Im privaten Umfeld ja, aber öffentlichen Institutionen? Ein Skandal jagt den nächsten in der Politik, der Kirche, der Finanzwelt, der Autoindustrie….Wie schön, dass es diese positiven Vorbilder gibt, auch in der Politik und wirklich ein großartiges Vermächtnis für den Verein.

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