Demokratiegeschichten

Bundesförderung für Orte der Demokratiegeschichte

Endlich scheint auch die höchste Ebene der Bundespolitik die Wichtigkeit der Orte der Demokratiegeschichte zu erkennen. In der Vorabfassung eines Antrags, den die Fraktionen der SPD und CDU/CSU bald im Bundestag einbringen wollen, werden sie nicht nur würdigend erwähnt. Es wird ihnen auch eine beachtliche Fördersumme an Bundesmitteln in Aussicht gestellt, konkret wird die Summe von 10 Millionen Euro genannt.

Damit setzen die Fraktionen das richtige Zeichen. Teils schon seit Jahrzehnten bemühen sich kleinere und größere Demokratie-Gedenkstätten in ganz Deutschland vor Ort um ihre Sache. Vor zwei Jahren gründete sich zudem die AG Orte der Demokratiegeschichte, um bundesweit zusammenzuarbeiten. Es geht dabei nicht einfach um die antiquarische Pflege von geschichtlichen Schauplätzen. Letztlich ist die Absicht, der Gesellschaft ein tieferes Verständnis ihrer eigenen Demokratiegeschichte zu ermöglichen. Nicht lediglich abstrakt aus dem Geschichtslehrbuch, sondern ganz konkret, greifbar und vor Ort.

Nicht selten hängt jedoch das Fortbestehen solcher Einrichtungen vom persönlichen Engagement einzelner Menschen ab. Geld im Überfluss war bisher selten vorhanden. Es ist zu hoffen, dass sich das bald ändert und die Regierung ihr im Koalitionsvertrag gegebenes Versprechen umsetzt, „eine vom Deutschen Bundestag zu beschließende Konzeption zur Förderung der Orte deutscher Demokratiegeschichte“ (Zeile 8037-8041) zu erarbeiten.

Deutschlandweit gibt es unzählige Orte der Demokratiegeschichte. Ein jeder von ihnen wäre wohl einen Besuch wert, schließlich beleuchten sie immer andere Aspekte der historischen Entwicklung. Zudem ermöglicht es die Entdeckung der regionalen Ebene, neue Perspektiven auf die Geschichte der Demokratie zu gewinnen. Diese spielte sich nämlich nicht nur im Berliner Regierungsviertel statt, sondern auch auf dem Dorf und in der Nachbarschaft.

An dieser Stelle möchte wir nur auf drei Anlaufstellen hinweisen, die im Zuge unserer bisherigen Blog-Beiträge schon einmal vorkamen. Alle drei stehen für einen lebendigen Zugang zur Demokratiegeschichte vor Ort.

Hambacher Schloss

Bekannt ist das Hambacher Schloss für das Hambacher Fest, das dort 1832 stattfand. Regelmäßig findet dort heute Veranstaltungen zu demokratiehistorischen Themen statt, mit Orts- und Gegenwartsbezug. Wer keine Zeit hat, sich das Schloss vor Ort persönlich anzuschauen, kann auch auf verschiedene Online-Ausstellungen zurückgreifen.

Weimarer Republik e.V.

Seit seiner Gründung beschäftigt sich der Weimarer Republik e.V. mit den Akteur*innen, Geschehnissen und Orten der ersten deutschen Republik. Neben einer Veranstaltungsübersicht findet sich auf der Homepage auch der Blog Revolution Tag für Tag. Auf diesem findet sich jeden Tag eine neue Quelle aus der Zeit der Weimarer Republik.

Friedrich Ebert Stiftung

Auch die Friedrich-Ebert-Stiftung sammelte bis Juli 2019 Geschehnisse aus den Revolutionsjahren 1918/19. Zwar ist die Arbeit dieses Blogs eingestellt, jedoch startete im Juni ’19 bereits ein Neuer: In „50 Jahre 50 Objekte“ präsentiert das Archiv jede Woche ein Objekt aus seinem Bestand.

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