Demokratiegeschichten

Die Ruhr in der DDR – Epidemien als Propagandamittel im Kalten Krieg

Während sich aktuell das Corona-Virus seinen Weg um die Welt bahnt, machten die Viren im Kalten Krieg zwischen Ost- und Westdeutschland anscheinend halt. Die Mauer war dicht. Auch eine Aufnahme von Patienten in Krisenzeiten über die Grenzen hinweg wäre nicht denkbar gewesen. Stattdessen wurden Epidemien zum Spielball der Propaganda in … mehr

Pandemie 1957

Als ich mit meiner Mutter über die momentane Corona-Krise am Telefon sprach, sagte sie mir: „Das erinnert mich an die Grippewelle 1957. Damals mussten wir auch nicht zur Schule und blieben alle in den Häusern“. Mein Forscherinteresse war geweckt. Was hat es mit der Grippe im Jahr 1957 auf sich? … mehr

Mächtig was los. Lore Maria Peschel-Gutzeit

„Frau H.“ so nennt Lore Maria Peschel-Gutzeit jene Frau in ihrer Autobiographie „Selbstverständlich gleichberechtigt“. Wie sie selbst ist Frau H. Mitte der 1960er Jahre Richterin am Hamburger Landgericht. Eine gute und angesehene Richterin, betont Peschel-Gutzeit. Eine Tages kam die Kollegin auf sie zu: „Frau Peschel, ich verabschiede mich, von nun … mehr

Notstandsgesetze und APO

Frühlingsbeginn, Sonnenschein, erste Blumen: normalerweise perfekt für einen Spaziergang oder ein erstes Picknick. Doch in Zeiten von Kontaktsperre und Virus ist manchem möglicherweise etwas unwohl beim Rausgehen. Wie wäre es also mit einer kleinen Zeitreise? Begeben wir uns doch mal 52 Jahre zurück, ins Jahr 1968. Da sollte an einem … mehr

Sturmflut 1962 – Die Geburt eines Krisenmanagers

Liebe Leserinnen und Leser,auch uns treibt die Corona-Krise um. Darum haben wir uns entschlossen, mit dem heutigen Beitrag eine neue Serie zu starten: „Mensch und Krise“. In dieser Serie werden wir auf verschiedene nationale und internationale Krisen und Katastrophen zurückschauen. Wie gingen Menschen und Staaten mit Krisen um? Wurden Rechtsgrenzen … mehr

Rahel Straus

Die Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg hat im Jahre 2019 einen Preis ausgelobt, mit dem Aktivitäten von Gruppen oder Einzelpersönlichkeiten unseres Bundeslandes anerkannt werden, die in der Erinnerungskultur vorbildlich sind. Sehr glücklich waren wir, den Namen des Preises nach einer bedeutenden Frau nennen zu können, die aus Karlsruhestammt. Rahel Straus ist in vielfacher … mehr

„Willy Brandt ans Fenster“

Mein letzter Besuch in Erfurt dauerte 45 Minuten, so viel Umsteigezeit blieb am Bahnhof. Aber es reichte für einen Latte Macchiato und ein sehr großes Stück Kuchen im „Willy B.“ gegenüber dem Hauptbahnhof am Willy-Brandt-Platz. Ziemlich viel Willy Brandt in Erfurt? Kein Wunder, der Mann war schon mal da. Am … mehr

18. März 1990: Erste freie Wahl in der DDR

„Zum ersten Mal haben heute in der DDR die Bürger ihr Parlament frei und geheim wählen können und sich dabei überraschend klar entschieden. Mit großem Abstand wurde die CDU stärkste Partei. […] Großer Verlierer der Wahl sind die Sozialdemokraten, die in Meinungsumfragen lange Zeit vorn gelegen hatten. Dem gegenüber konnte … mehr

Angriff auf die Demokratie: Der Lüttwitz-Kapp-Putsch

Demokratie ist nicht selbstverständlich. Ein Satz, viel beschworen, häufig wiederholt. Ob wir ihn wirklich verinnerlicht haben? Manchmal scheint es so, als würden wir vergessen, dass Demokratie eben doch stark vom Engagement ihrer Bürger*innen abhängt. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern eine Erfahrung, die schon die Bürger*innen der Weimarer Republik machten. … mehr

„Dieser Internationale Frauentag ist die wuchtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte der Bewegung für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann.“

So zog Clara Zetkin 1911 über die Feier des ersten Frauentags in Deutschland in der sozialdemokratischen Zeitschrift „Gleichheit“ Fazit. Gemeinsam mit Käte Duncker war sie im Jahr zuvor auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gewesen. Dort hatten sie am Beschluss über den Internationalen Frauentag mitgewirkt. Eine große Forderung der … mehr

Rosa Luxemburg – Sozialdemokratin, Revolutionärin, Jüdin, Frau

Rosa Luxemburg war vieles, was man zu ihrer Zeit besser nicht war: eine Revolutionärin, als Frauen noch nicht das Wahlrecht besaßen; eine Polin, als Polen geteilt war; eine Jüdin zu Zeiten wiederkehrender Pogrome; zusätzlich hinkte sie, weil das eine Bein nach einem frühen Hüftleiden kürzer geriet als das andere. Herkunft … mehr

Maria Meyer-Sevenich als Vorbild für die deutsche Demokratie

Sehr viele bedeutende Politiker aus der frühen Nachkriegszeit sind heute weitgehend vergessen. Zu ihnen gehören auch Minister, Parteivorsitzende und viele Mütter und Väter des Grundgesetzes. Wesentlich bedenklicher sieht es aber noch mit Politikern aus, die nur in der zweiten Reihe standen oder die nach kurzer Zeit keine größere Rolle in … mehr

Heinrich Krone – Ein Katholik in Berlin und Bonn

Politik erscheint stets als ein Kräftemessen von Alphatieren und kaum vergeht ein Tag in dem dieses Bild in den verschiedenen Medien nicht z.B. auf die momentane Debatte um den Vorsitz der CDU angewendet wird. Meist erinnern wir uns an die Personen an der Spitze wie Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl, … mehr

Der politische Aschermittwoch

Nun ist er vorbei, der Karneval. Allmählich erholen sich auch die letzten Jecken von den Strapazen der letzten Tage. Stattdessen beginnt nun heute mit dem Aschermittwoch im Christentum die Fastenzeit. Für einige Gläubige eine Zeit der Enthaltsamkeit und des Erinnerns an die eigene Vergänglichkeit. Während mancherorts heute bewusst verzichtet und … mehr

22.02. 1840: Geburtstag von August Bebel

Kaum einer prägte die frühe Sozialdemokratie so stark wie er: August Bebel. Heute vor 180 Jahren wurde der Sozialdemokrat in Deutz bei Köln geboren. Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei Der selbstständige Drechslermeister war 1869 Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SAP), der Vorläuferpartei der SPD. Ab 1871 saß er als Abgeordneter im Reichstag, … mehr

„Gier – Weimar, die erhitzte Republik“

Gier ist laut einer Definition des Dudens ein „auf Genuss und Befriedigung, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen“, eine „ungezügelte Begierde“. Im Deutschland der 1920er Jahre war Gier allgegenwärtig. Rausch und Ektase, Partys und Vergnügen prägten während der „Goldenen Zwanziger“ den Alltag – zumindest den der wohlhabenenden … mehr

Oft wird gefragt, ob es für Deutsche und Israelis angesichts der Vergangenheit Normalität geben kann. So undifferenziert gestellt, kann ich diese Frage nur mit „nein“ beantworten. Das Verhältnis zwischen unseren Ländern wird für immer ein besonderes sein. Im Wissen um das Geschehene halten wir die Erinnerung wach. Mit den Lehren aus der Vergangenheit gestalten wir gemeinsame Zukunft. Das ist deutsch-israelische Normalität. – Johannes Rau

Am 16. Februar 2000 sprach Johannes Rau als erstes deutsches Staatsoberhaupt im israelischen Abgeordnetenhaus, der Knesset. In Deutsch. 55 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und 40 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Keine leichte Aufgabe. Und in Israel durchaus umstritten, wie sich auch im … mehr

Die Zwei-plus-Vier-Formel

2+4=6. Klare Sache, zumindest in der Mathematik. Nicht aber in der Geschichte. Da steht die sogenannte „Zwei-plus-Vier-Formel“ für einen Vorgang, an dessen Ende eine große 1 stand. Nämlich die Einheit Deutschlands. Und das kam so… Wer waren die „Zwei-plus-Vier“? Zurück geht die „Zwei-plus-Vier-Formel“ auf den 13. Februar 1990. Genauer noch … mehr

„Ich habe gegen die weiße Vorherrschaft gekämpft, und ich habe gegen die schwarze Vorherrschaft gekämpft. Mein teuerstes Ideal ist eine freie und demokratische Gesellschaft, in der alle in Harmonie mit gleichen Chancen leben können. Ich hoffe, lange genug zu leben, um dies zu erreichen. Doch wenn dies notwendig ist, ist dies ein Ideal, für das ich zu sterben bereit bin.“ – Nelson Mandela

Nelson Mandela (*1918, † 2013) bei seiner Verteidigungsrede im „Rivonia Prozess“ 1964. Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas und wurde vor 30 Jahren, am 11. Februar 1990, aus seiner 26 Jahre langen Haft entlassen. Artikel Drucken

Ein Bündnis entsteht

Welche deutsche Partei hat eine Zahl im Namen? Klar, es ist Bündnis 90/Die Grünen. Aber was hat es mit der Zahl und diesem Bündnis auf sich? Das führt uns zu einem Mittwoch vor genau 30 Jahren, dem 7. Februar 1990. Drei Oppositionsgruppen der DDR schlossen sich damals zusammen und nannten … mehr