Demokratiegeschichten

Kategorie: Aktuelles historisch gesehen

Alle 252 Beiträge

„Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren II

Teil I dieses Beitrags ist hier zu finden. Die rechtsextremen Anschläge riefen nicht nur bei den Betroffenen Reaktionen hervor. So kam es in der neuen Bundesrepublik erstmalig zu Massenmobilisierungen einer breiten solidarischen Zivilgesellschaft, oft in Form sogenannter „Lichterketten“ mit mehreren hunderttausend Demonstrierenden. Politische Reaktionen fielen weniger solidarisch aus. So rechtfertigte … mehr

„Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren I

In Demokratien gibt es eine breite Vielfalt an Meinungen und Einstellung. Auch extremistische Positionen, die etwa Menschen mit Migrationsgeschichte ihre Rechte aberkennen möchten und sie nicht als Teil der Gesellschaft akzeptieren, finden sich. Im schlimmsten Fall führen diese Überzeugungen zu gewalttätigen Handlungen. Wie gehen demokratische Gesellschaften mit solchen extremistischen Positionen … mehr

Das Afrikanische Viertel in Berlin im Wandel

Das Stadtviertel im Berliner Stadtteil Wedding befindet sich durch die Umbenennung von Straßennamen im Wandel vom kolonialen Flächendenkmal zu einem Lern und Erinnerungsort an den antikolonialen Widerstand und der Unabhängigkeit afrikanischer Nationen. Die Entstehungsgeschichte des Afrikanischen Viertels zeigt, dass der Kolonialismus in der deutschen Öffentlichkeit ein prominenter Gegenstand gewesen war, … mehr

Ruhrpol:innen im Vereinswesen II

Teil I dieses Artikels findet ihr hier. Mit dieser und anderen diversen diskriminierenden Maßnahmen, die sich auch dezidiert gegen das polnische Vereinsweisen richteten, förderten die Behörden vielerorts das Nationalbewusstsein der Zugewanderten nur weiter. Dies war allerdings nur eine Seite der Medaille: Längst nicht alle Ruhrpol:innen schlossen sich dem polnischen Vereinswesen … mehr

Ruhrpol:innen im Vereinswesen I

Die deutsche Meisterschaft in den Händen von Polen. Triumph der Spieler von Schalke 04, der Mannschaft unserer Landsleute. Przegląd Sportowy, 30. Juni 1934, S. 1. So titelte am 30. Juni 1934 die Warschauer Sportzeitung Przegląd Sportowy (Sportrundschau). Sie nahm damit Bezug auf die Spieler Emil Czerwinski, Ernst Kalwitzki, Ernst Kuzorra, … mehr

Schutz im Land der Täter – Jüdische Kontingentflüchtlinge aus der Sowjetunion

Offiziell galt: Im Sozialismus der Sowjetunion gab es keinen Antisemitismus – die Realität sah aber anders aus. Ab Mitte der 1980er Jahre kam es zwar im Zuge von „Perestroika“ und „Glasnost“ durchaus in den Großstädten der UdSSR zu einem Aufschwung jüdischer Kultur und Religion. Gleichzeitig nahmen aber auch landesweit Rechtsextremismus … mehr

Politische Partizipation und Migration in der Bundesrepublik

Als am 1. Januar 2000 in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Staatsangehörigkeitsrecht in Kraft trat, war dies eine gesetzliche Neudefinition davon, wer Deutsche:r ist und wer nicht. Bis dahin waren vereinfacht ausgedrückt diejenigen deutsch, die deutsche Vorfahren hatten. Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsrecht erhielten nun auch in Deutschland geborene Kinder die … mehr

Die SPD und die (deutsche) Wiedervereinigung

Vor dreiunddreißig Jahren, am 3. Oktober 1990, trat die „Deutsche Demokratische Republik“ der „Bundesrepublik Deutschland“ bei. Dies war ein Ergebnis der Friedlichen Revolution, an der sich 1989 und 1990 große Teile der ostdeutschen Bevölkerung beteiligten. Doch der Beitritt der DDR zur BRD und der Erhalt des Grundgesetzes waren nicht selbstverständlich. … mehr

Der Streik der „Gastarbeiter*innen“ beim Automobilzulieferer Pierburg

Es ist der 13. August 1973, früh um 6:00 Uhr morgens. Normalerweise würden die größtenteils ausländischen Arbeiterinnen des Pierburg Vergaserwerks in Neuss bereits am Fließband stehen. Schuften in Akkordarbeit für 4,70 DM die Stunde, die Luft mit gesundheitsschädlichen Chemikalien geschwängert, Pinkelpausen unerwünscht. Doch an diesem Morgen stehen sie versammelt außerhalb … mehr

Fasia Jansen: feministisch, sozialistisch, afrodeutsch

Zu Fasia Jansens Leben kann man verschiedene Geschichten erzählen. Auf der einen Seite die Geschichte einer Schwarzen, afrodeutschen Frau, die im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Formen der Diskriminierung erfährt. Nach ihrer Kindheit im armen Hamburger Hafenviertel wird sie auch als Erwachsene nicht reich, ist die meiste Zeit sogar auf Sozialhilfe … mehr

1953. Parolen. Damals und Heute

Elena Demke arbeitet als Referentin für historisch-politische Bildung beim Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Danke für diesen Gastbeitrag! Einerseits scheint es klar zu sein, wofür der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 steht, wenn wir in diesem Jahr seinen 70. Jahrestag begehen, wenn der Opfer gedacht und die Ereignisse ins Gedächtnis gerufen werden: … mehr

5. Mai: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Jeder Mensch hat ein Recht auf selbstbestimmtes Leben. Wo und wie wir leben, ob wir unseren Feierabend zu Hause oder in der Disco verbringen, das und mehr ist uns selbst überlassen. Für ihre Gleichstellung und gegen Diskriminierung protestieren seit über 30 Jahren am 5. Mai Menschen mit Behinderungen. Heute veranstalten … mehr

Ostermarsch

Eier suchen, Hefezopf essen, Familie besuchen. Es gibt viele Traditionen, die Menschen mit Ostern verbinden. Eine davon ist ausgesprochen politisch: Auch heute und morgen machen sich wieder tausende Menschen auf zum Ostermarsch. Ostermarsch: Das sind u. a. bunte Fahnen, Friedenssymbole, Lieder und mehr. Doch dahinter verbirgt sich mehr als eine … mehr

Was ist ein Name?

Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften. William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter; Quelle: Shakespeare, Romeo und Julia, 1595, Raubdruck 1597, Erstdruck 1599 Um Shakespeares Worte anders auszudrücken: Einer Blume ist ihr Name egal. Wie auch immer … mehr

Wahl der „100 Köpfe“

Nutzt Euer Stimmrecht! Noch bis zum 31. März 2023 stehen sechs neue Biographien aus der Demokratiegeschichte für die „100 Köpfe der Demokratie“ zur Wahl. Macht mit und stimmt für bis zu drei Personen, die mit der nächsten Rotation in die Gesamtauswahl der „100 Köpfe“ aufgenommen werden sollen. Zur Wahl stehen: … mehr

Albert Grzesinski – ein Wegbereiter der Weimarer Demokratie

Albert Grzesinski hat dem Versprechen der Novemberrevolution 1919, einen demokratischen Rechtsstaat Wirklichkeit werden zu lassen, sein politisches Leben gewidmet. So sind in zentralen Bereichen der jungen Weimarer Demokratie seine Spuren sichtbar. Der Weg vom kaiserlichen Obrigkeitsstaat zur demokratischen Republik bedeutete anhaltende Auseinandersetzungen mit den Feinden des Demokratie-Projektes – und dazu … mehr

1848-2023: 175 Jahre Revolution

175 Jahre liegen zwischen der Revolution von 1848 und dem Jahr 2023. Vieles hat sich seitdem in Deutschland verändert: Die Fürstentümer von damals gibt es nicht mehr. Könige und Kaiser sind nicht länger an der Macht. Frauen und Männer sitzen gleichberechtigt im Parlament nebeneinander. Innerhalb von wenigen Stunden können wir … mehr

Im Namen des Volkes

Einigen Berliner:innen dürfte es auf ihren Wahlbenachrichtigungen aufgefallen sein. Andere Bürger:innen haben es vielleicht in der Zeitung gelesen oder im Radio gehört: Es werden Schöff:innen gesucht. Der Blick der Schöff:innen Schöff:innen sind ehrenamtliche Richter:innen. Im Gegensatz zu hauptamtlichen Richter:innen brauchen sie keine juristische Ausbildung. Tatsächlich liegt in dieser Laientätigkeit der … mehr

Flagge zeigen für demokratische Ideale – Johann Philipp Abresch und der Hambacher Festzug (Teil II)

Teil I dieses Beitrags ist hier zu finden. Mit Schwarz-Rot-Gold hatte sich die Hambacher Volksversammlung unter einem einheitlichen, identitätsstiftenden und bundesweit ausstrahlenden Symbol zusammengefunden, hinter dem sich die deutsche Freiheits- und Einheitsbewegung versammelte. Es verwundert daher nicht, dass die Bundesversammlung bereits im Juli 1832 die öffentliche Verwendung der Farben Schwarz-Rot-Gold … mehr