Demokratiegeschichten

Kategorie: Aktuelles historisch gesehen

Alle 202 Beiträge

Vorbildhaftes Handeln für Demokratie (Teil I)

In Zeiten der Corona-Pandemie seit 2020 wurde der Blickwinkel auf besonderes Verhalten nochmals in Bezug auf manche Berufs- und Engagementfelder akzentuiert. Die Tagesthemen-Serie „Held*innen des Alltags“ versuchte das Spektrum noch einmal zu weiten, wie die Titel der Sendungen verdeutlichen: Labormitarbeiterin, Krankenhaus-Seelsorger, syrische Familie näht Masken für Krankenhäuser, die Physiotherapeutin, die … mehr

Geschlechtergerechte Sprache und demokratische Debattenkultur

Auf diesem Blog sind in den letzten Wochen zwei Beiträge zum Thema geschlechtergerechte Sprache erschienen. Annalena B. und Claudius Kiene nehmen dabei sehr verschiedene Positionen zu der Frage ein, ob geschlechtergerechte Sprache demokratisch oder undemokratisch sei. Annalena B. zieht eine Verbindung zwischen Gerechtigkeit, einer gerechten Sprache, mit der alle angesprochen werden … mehr

Anerkennung radikal einfordern – Romani Rose und der Hungerstreik (II)

Teil I findet ihr hier. Kontinuitäten von Diskriminierung und NS-Zeit Bezeichnend ist ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 1956, das feststellt, dass nicht „rassenideologische Gesichtspunkte“ für die Verfolgung der Sinti und Roma bis 1943 verantwortlich seien, sondern die „asozialen Eigenschaften der Zigeuner“. Diese zutiefst rassistische Einschätzung des obersten deutschen Gerichts offenbart … mehr

Anerkennung radikal einfordern – Romani Rose und der Hungerstreik (I)

Ein Hungerstreik bis zur Erschöpfung Am 4. April 1980, es ist Karfreitag, versammeln sich zwölf Sinti in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau bei München. Ihr Sprecher, der 33 Jahre alte Sinto Romani Rose, kündigt einen Hungerstreik an. Die Hauptforderungen der Streikenden sind die offizielle Anerkennung des NS-Völkermords … mehr

Person oder Handlung – Was genau ist „vorbildlich“?

Ehe eine Person zum Role Model wird, muss ihre Handlung erst einmal einen gewissen Bekanntheitsgrad erfahren. Mit der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland „dankt der Staat für herausragende persönliche Leistungen für das Gemeinwohl“, heißt es in den Informationen des Bundespräsidenten dazu. Für die Jahre von 2010 bis 2019 liegt … mehr

In eigener Sache: Vorbilder der Demokratiegeschichte – Die neue Publikation zur Demokratieförderung durch Geschichtsvermittlung

Viele Menschen vereint ein Unbehagen an der derzeitigen politischen Situation. Sie sind erschüttert über Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit, darüber, dass demokratiefeindlichen Einstellungen auch Taten folgen. Zugleich gibt es ein Gefühl, dass etwas fehlt, dass es nicht reicht, nur Missstände anzuprangern. Eine positive Identifikation mit Demokratie Ferda Ataman, Mitgründerin der Neuen … mehr

Eine konservativ Gegenstimme – Ricarda Huch (1864-1947)

„Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit.“ Mit diesem Zitat von Ludwig Feuerbach (1804-1872) und dem folgenden Beitrag starten wir die Reihe Geschichte schreiben – deutsche Schriftsteller:innen und das 20. Jahrhundert. In Werken, Briefen und öffentlichen Äußerungen tragen kritische Autor:innen seit jeher zur politischen Meinungsbildung ihrer Mitmenschen bei. In … mehr

Gendern und Demokratie. Eine Replik

In ihrem Beitrag „Gendern und Demokratie“ vom 22. Juli 2022 hat die Autorin Annalena B. auf diesem Blog die Thesen vertreten, dass erstens die deutsche Sprache von sich aus nicht „geschlechtergerecht“ und zweitens eine gerechte Sprache nötig sei, um eine gerechte Welt zu schaffen. Als Beleg weist sie auf eine … mehr

Gendern und Demokratie

Fast vier Jahre sind die Demokratiegeschichten nun online. Viele tolle Kommentare haben wir in der Zeit bekommen. Lob, Anmerkungen, Berichtigungen, abweichende Meinungen und Darstellungen – all die sind uns willkommen. Explizit auch negative Kritik, denn sonst wüssten wir nicht, wie wir besser schreiben können. „Genderwahn„, „Genderideologie“ und „Sprachfaschismus„. Auch das … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Das Attentat auf Außenminister Walther Rathenau

Der Minister Der 24. Juni 1922 ist ein Samstag. Walther Rathenau ist seit knapp fünf Monaten deutscher Außenminister. Deutschland ist nach dem verlorenen Krieg noch international isoliert, aber Rathenau hat in seiner kurzen Amtszeit bereits einen Coup gelandet: Am Rande einer internationalen Wirtschaftskonferenz in Genua hat er ein Abkommen mit … mehr

Beitrag Nummer 400

Jubiläen sind oft eine feine Sache. So denken wir jedenfalls bei Demokratiegeschichten. Sie geben nämlich nochmal besonders Gelegenheit, zurückzuschauen und über Vergangenes zu reflektieren. Nun steht mit diesem Beitrag die 400. Demokratiegeschichte an. Und natürlich wollten wir wissen: Welche Beiträge habt ihr in den letzten 12 Monaten besonders gern gelesen? … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Hintermänner vor Gericht. Der Prozess gegen die Organisation Consul

„Offenburg, 7. Juni. Der mit Spannung erwartete Prozeß gegen den Kapitänleutnant a. D. v. Killinger, der beschuldigt wird, die mutmaßlichen Mörder des Reichstagsabgeordneten Erzberger, die Studenten Schulz und Tillessen, unterstützt zu haben, nahm heute unter großem Andrang im Schwurgerichtssaale des alten Ritterhauses seinen Anfang. Die Auslosung der Geschworenen nahm geraume … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Das Attentat auf Philipp Scheidemann

„Als Oberbürgermeister Genosse Scheidemann am ersten Pfingsttag mit Tochter und Enkelin einen Ausflug nach Wilhelmshöhe unternahm, wurde ein Mordanschlag gegen ihn verübt. Ein Unbekannter von 20 bis 25 Jahren überholte Scheidemann und bespritzte sein Gesicht mit einer Flüssigkeit, vermutlich Blausäure. Scheidemann gab hinter dem sofort die Flucht ergreifenden Attentäter zwei … mehr

100 Jahre politischer Mord: Antirepublikanische Stimmungsmache in der Provinz: der Reichslandbund

Am 1. Juni 1922 berichtet die „Karlsruher Zeitung“ von einer Tagung des Landwirtschaftsrates. Hauptsächlich habe man über das Getreideumlageverfahren diskutiert, das Abgabemengen für die Landwirte im Deutschen Reich festlege. Das soll sicherstellen, dass sich die Stadtbevölkerung zu vertretbaren Preisen mit Lebensmitteln versorgen kann. Der Reichsernährungsminister Anton Fehr stellt fest: „Die … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Alltägliche Angriffe, Drohungen und Hakenkreuze

„Auer verlangt das sofortige Eingreifen der Regierung gegen die durch die Nationalsozialisten herbeigeführte politische Verwilderung. Gegen das Beschmieren der Häuser mit Hakenkreuzen und das Herunterholen der Reichsflagge stellte Genosse Auer die Selbsthilfe der Arbeiterschaft in Aussicht, falls die Polizei weiterhin fortgesetzt versage. […] Weiterhin stellte Auer die Frage: Hat die … mehr

Demokratie und Zivilgesellschaftliches Engagement – nur eine Zweckbeziehung?

Demokratie unterliegt Wandeln und ist kein Selbstläufer Dass trotz ihres seit 1949 Bestehens die Demokratie in Deutschland weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart eine Selbstverständlichkeit oder gar ein Selbstläufer war oder ist, erfahren wir Deutschen gerade auch in der heutigen Zeit. Rechts- wie links-extremistische Aktivitäten, die letztlich auf … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Verleumdungskampagnen gegen Reichspräsident Friedrich Ebert

„Straflose Beschimpfung des Reichspräsidenten. Vor der Oldenburger Strafkammer hatte sich der Kaufmann Radick aus Delmenhorst zu verantworten. Radick […] brachte am 27. Januar in einem Hotel Hochs auf den früheren Kaiser aus und sprach dann nach Aussage der Zeugen von dem ‚versoffenen Sattlergesellen‘ Ebert. Da es sich um eine Beschimpfung … mehr

Zwischen Kaiserreich und Ende der Weimarer Republik – Das politische Leben und Wirken von Nikolaus Osterroth

Das Leben von Nikolaus Osterroth begann am 16. Februar 1875 in Hettenleidelheim in der Rheinpfalz, er verstarb am 9. September 1933 in Werder an der Havel. Es war ein relativ kurzes Leben, aber ein langer und steiniger Weg vom streng katholisch erzogenen Jungen bis zum Bergarbeiterführer und sozialdemokratischen Politiker auf … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Rechtsfreie Räume auf dem Land

„Der Fall Kähne vor dem Kammergericht. In der Angelegenheit des Herrn von Kähne auf Petzow ist noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, ob gegen ihn Anklage erhoben wird. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hatte nach beendeter Voruntersuchung die Erhebung weiterer Beweise beantragt, was abgelehnt wurde. […] Bis zur Erledigung des Verfahrens gegen … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Die Radikalisierung der Kommunisten

„Als Maifeier der Sammlung und der Vorbereitung zum Kampfe wurde in der ‚Roten Fahne‘ am Sonntag der diesjährige 1. Mai bezeichnet. Der Verlauf des 1. Mai hat gezeigt, daß diese Bezeichnung tatsächlich am besten den Geist wiedergibt, der die Arbeitermassen bei ihrer Maifeier gestern beseelte. Schon liegen aus allen Teilen … mehr