Demokratiegeschichten

Elsbeth und Herbert Weichmann: Zurückgekehrt, um die Demokratie aufzubauen

Das Ehepaar Elsbeth und Herbert Weichmann ist ein Beispiel für Remigrant:innen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg dafür entschieden, nach Deutschland zurückzukehren, und einen wesentlichen Beitrag für den Aufbau und die Gestaltung der Demokratie in Deutschland leisteten. Aus Mähren und Oberschlesien Elsbeth Weichmann, geborene Greisinger, stammte aus Brünn (Mähren). Die … mehr

Exil und Remigration

Mit der Machtübernahme Hitlers Ende Januar 1933 wurde die demokratische Weimarer Republik zu Grabe getragen. Für alle, die sich Hitler und seiner nationalsozialistischen Bewegung in den Weg gestellt hatten, wurde es nun lebensgefährlich in Deutschland. Außerdem war mit der Etablierung des „Dritten Reiches“ der Antisemitismus Staatsdoktrin geworden. Jüdinnen und Juden … mehr

14.12.1950: Gründung des UNHCR

UNHCR, das steht für United Nations High Commissioner for Refugees. Auf deutsch der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen gründeten die Institution am 14. Dezember 1950, am 01. Januar 1951 nahm sie ihre Arbeit auf. Vorläuferorganisationen Das Flüchtlingskommissariat des Völkerbundes Das UNHCR Behörde ist eine Nachfolgeorganisation des Flüchtlingskommissariats … mehr

1983 – 2023: 40 Jahre Kirchenasyl

Seit nunmehr 40 Jahren gibt es die Kirchenasylbewegung in Deutschland. Auslöser dafür war der Suizid eines türkischen Geflüchteten im Sommer 1983. Was Kirchenasyl bedeutet und wie es heute praktiziert wird …  Was ist Kirchenasyl?   Kirche gewährt Schutz. Die Idee ist alt. Neu praktiziert wird sie in Deutschland verstärkt seit dem … mehr

Für Vielfalt, Diversität und Antidiskriminierung: das „AmkA“ in Frankfurt am Main

Vor 34 Jahren wurde das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (kurz: AmkA) in Frankfurt am Main eingerichtet. Als erste kommunale Behörde in Deutschland kümmerte sich das AmkA fortan als Querschnittsamt um Belange im Bereich Migration und Integration. Den unterschiedlichen Communities im Stadtgebiet sowie anderen Behörden und Dezernaten der Stadt steht es als Berater … mehr

Die Integration der „Grenzlandvertriebenen“ – ein absehbarer Fehlschlag

Der Erste Weltkrieg formte die Ordnung Europas grundlegend neu. Gebietsabtretungen wie im Falle des Deutschen Reichs und der Zerfall der alten Imperien (Österreich-Ungarn, russisches Zarenreich, Osmanisches Reich) führten dazu, dass sich viele Menschen in völlig anderen Staaten wiederfanden. Auch die Weimarer Republik trat in dieser Hinsicht ein herausforderndes Erbe an. … mehr

Die Unterstützung der Opposition in der DDR aus DDR-Migranten II

Teil I dieses Beitrags ist hier zu finden. Die Unterstützung demokratischer Bewegung aus dem Ausland in diktatorischen oder autokratischen Staaten ist aktueller denn je. Schauen wir etwa auf die belarussische Bürgerrechtlerin Maryja Kalesnikawa. Bis 2020 lebte die Musikerin in Deutschland und schloss sich dann der belarussischen Demokratiebewegung an. Seit Herbst … mehr

Die Unterstützung der Opposition in der DDR durch DDR-Migranten I

Sind DDR-Flüchtlinge oder Ausgebürgerte aus der DDR nach Westdeutschland Migrant:innen? Wir sprechen in diesem Fall von Binnenmigration. Zwar erlebten die Migrant:innen keine sprachliche Veränderung und geografisch war die Distanz nicht groß. Dafür migrierten die Menschen in ein politisch, sozioökonomisch und kulturell völlig anderes System, das ihnen nicht vertraut war. Sie … mehr

„Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren II

Teil I dieses Beitrags ist hier zu finden. Die rechtsextremen Anschläge riefen nicht nur bei den Betroffenen Reaktionen hervor. So kam es in der neuen Bundesrepublik erstmalig zu Massenmobilisierungen einer breiten solidarischen Zivilgesellschaft, oft in Form sogenannter „Lichterketten“ mit mehreren hunderttausend Demonstrierenden. Politische Reaktionen fielen weniger solidarisch aus. So rechtfertigte … mehr

„Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren I

In Demokratien gibt es eine breite Vielfalt an Meinungen und Einstellung. Auch extremistische Positionen, die etwa Menschen mit Migrationsgeschichte ihre Rechte aberkennen möchten und sie nicht als Teil der Gesellschaft akzeptieren, finden sich. Im schlimmsten Fall führen diese Überzeugungen zu gewalttätigen Handlungen. Wie gehen demokratische Gesellschaften mit solchen extremistischen Positionen … mehr

Das Afrikanische Viertel in Berlin im Wandel

Das Stadtviertel im Berliner Stadtteil Wedding befindet sich durch die Umbenennung von Straßennamen im Wandel vom kolonialen Flächendenkmal zu einem Lern und Erinnerungsort an den antikolonialen Widerstand und der Unabhängigkeit afrikanischer Nationen. Die Entstehungsgeschichte des Afrikanischen Viertels zeigt, dass der Kolonialismus in der deutschen Öffentlichkeit ein prominenter Gegenstand gewesen war, … mehr

Ruhrpol:innen im Vereinswesen II

Teil I dieses Artikels findet ihr hier. Mit dieser und anderen diversen diskriminierenden Maßnahmen, die sich auch dezidiert gegen das polnische Vereinsweisen richteten, förderten die Behörden vielerorts das Nationalbewusstsein der Zugewanderten nur weiter. Dies war allerdings nur eine Seite der Medaille: Längst nicht alle Ruhrpol:innen schlossen sich dem polnischen Vereinswesen … mehr

Ruhrpol:innen im Vereinswesen I

Die deutsche Meisterschaft in den Händen von Polen. Triumph der Spieler von Schalke 04, der Mannschaft unserer Landsleute. Przegląd Sportowy, 30. Juni 1934, S. 1. So titelte am 30. Juni 1934 die Warschauer Sportzeitung Przegląd Sportowy (Sportrundschau). Sie nahm damit Bezug auf die Spieler Emil Czerwinski, Ernst Kalwitzki, Ernst Kuzorra, … mehr

Eine deutsche Oktoberrevolution?

Dr. Ulrich Schnakenberg ist Karikaturforscher, Autor mehrerer Bücher zum Thema und Herausgeber eines kostenlosen Karikatur-Newsletters: https://steadyhq.com/de/visual-history-geschichte-politik-und-karikatur/posts. Vor ziemlich genau 106 Jahren brach in Russland die bolschewistische Oktoberrevolution aus. Mit dem Putsch der Bolschewiki sollten die Theorien von Karl Marx erstmals praktisch umgesetzt werden. Lenin, der starke Mann an der Spitze, … mehr

Schutz im Land der Täter – Jüdische Kontingentflüchtlinge aus der Sowjetunion

Offiziell galt: Im Sozialismus der Sowjetunion gab es keinen Antisemitismus – die Realität sah aber anders aus. Ab Mitte der 1980er Jahre kam es zwar im Zuge von „Perestroika“ und „Glasnost“ durchaus in den Großstädten der UdSSR zu einem Aufschwung jüdischer Kultur und Religion. Gleichzeitig nahmen aber auch landesweit Rechtsextremismus … mehr

Politische Partizipation und Migration in der Bundesrepublik

Als am 1. Januar 2000 in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Staatsangehörigkeitsrecht in Kraft trat, war dies eine gesetzliche Neudefinition davon, wer Deutsche:r ist und wer nicht. Bis dahin waren vereinfacht ausgedrückt diejenigen deutsch, die deutsche Vorfahren hatten. Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsrecht erhielten nun auch in Deutschland geborene Kinder die … mehr

Vom Versuch, die Welt zu retten: Georg Elser

Am 9. April 1945, nur einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reiches, erging ein Befehl „von höchster Stelle“. Zu diesem Zeitpunkt war der NS-Führung klar, dass der Krieg für Deutschland nicht mehr zu gewinnen war. Aus diesem Grund sollten verschiedene Widerstandskämpfer hingerichtet werden. Sie sollten nicht die Gelegenheit … mehr

04.11.1918: Der erste Arbeiter- und Soldatenrat bildet sich

Bereits am 3. November 1918 begann mit dem Kieler Matrosenaufstand die Novemberrevolution. Gerade mal einen Tag später bildete sich dort der erste Arbeiter- und Soldatenrat. Zahlreiche weitere gründeten sich in den nächsten Tagen, bis die Revolution am 9. November Berlin erreichte. Den anfänglichen Forderungen nach Frieden kamen bald solche nach … mehr

Luther – Ein Vorreiter der Demokratie?

„Luthers Lehre von den beiden Reichen, aufbauend auf den bekannten Ausspruch Jesu? Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist, hat dazu beigetragen, dass wir heute in Deutschland in einer freiheitlichen, pluralistischen Demokratie leben können.“ Wolfgang Schäuble, Präsident des deutschen Bundestages, 2017. Dieses Zitat stammt aus … mehr

29.10.1918: Feuer löschen

Am 30. [Oktober 1918] morgens ging ein Gespräch durchs Schiff, dass am Abend vorher ein Zechgelage gewesen wäre der Offiziersmesse. Hier wäre die Rede gewesen von dem ruhmvollen Untergang der Flotte, und dass man sich nicht ergeben wollte. Es ging um die Ehre, man wolle lieber den Heldentod sterben. Auszug … mehr