Demokratiegeschichten

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Eine Polizeitruppe als Sicherheitsrisiko

„Auf Anordnung des Berliner Polizei-Präsidenten ist die in Berlin stationierte Hundertschaft zur besonderen Verwendung am Freitag aufgelöst worden. Bekanntlich wurde diese Hundertschaft der verschiedendsten Vergehen beschuldigt.“ Das meldet der sozialdemokratische „Lübecker Volksbote“ am 21. November 1921. „Mit der Auflösung der Hundertschaft ist ein Brandherd verschwunden, der monatelang eine Gefahr für … mehr

Flucht aus der DDR – die neue Blog-Reihe

Die Geschichte kennt viele Beispiele von Menschen, die vor Unterdrückung und Willkürherrschaft geflohen sind. Ihr Ziel war es, in Freiheit leben zu können. Zahlreiche unserer Demokratiegeschichten handeln bereits davon, was diese Menschen bereit waren, für dieses Bestreben zu opfern. In einer neuen Reihe möchten wir nun Geschichten von Menschen erzählen, … mehr

Eine nicht ganz reibungslose Republikgründung

Am Ende des Jahres 1918 tobt der Erste Weltkrieg zwar nicht mehr in dem Maße, wie er es bis dahin getan hat. Aber so richtig vorbei ist er auch noch nicht. Zahlreiche europäische Monarchien gehen in genau den Flammen auf, die sie selbst in ihrem Größenwahn und Expansionsdrang im Sommer … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland – Umkämpfte Erinnerung an die Revolution

„Die Republik begeht heute ihren dritten Geburtstag. Das ist ein Anlaß nicht zu Jubelfeiern, aber zu ernstem Gedenken.“ So beginnt Otto Braun, in der Weimarer Republik fast durchgängig Ministerpräsident des Freistaates Preußen, am 9. November 1921 seinen Leitartikel in der SPD-Zeitung „Vorwärts“ zum Jahrestag der Revolution. Über das Scheitern der … mehr

4. November 1956: Intervention in Budapest

Keine zwei Wochen nach Beginn des Ungarischen Volksaufstands intervenierte die Sowjetunion. Zunächst hatten sich die führenden Köpfe in Moskau scheinbar auf Verhandlungen eingelassen. Truppen wurden abgezogen, der zuvor abgesetzte Politiker Imre Nagy nahm die Position des Ministerpräsidenten ein. Dieser verkündete das Ende der Einparteienherrschaft. Am 1. November proklamierte Nagy sogar … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland – Sehnsucht nach der Monarchie

„Die feierliche Beisetzung des Königs Ludwigs III. zeigt ostentativ die wahre Gesinnung der Münchner, die durch die Revolution nur neu gestärkt wurde. Alle Kreise der Bevölkerung beteiligen sich an der Leichenfeier, nur die bewußten Elemente bleiben grollend fern, ohne zu ahnen, welches Armutszeugnis sie sich dadurch ausstellen.“ So kommentiert eine … mehr

100 Jahre politischer Mord: Brennpunkt Oberschlesien

„Breslau, 21. Oktober. Der Oberbürgermeister hat angeordnet, daß sämtliche städtischen Gebäude, einschließlich der Schulen, auf Halbmast oder mit Trauerflor zu flaggen sind.“ Der Grund für diese Anordnung, von der der „Vorwärts“ am 22. Oktober 1921 berichtete, ist kein Trauerfall. Vielmehr ist auf der Pariser Botschafterkonferenz die Teilung Oberschlesiens beschlossen worden … mehr

23.10.1956: Der Ungarische Volksaufstand beginnt

Der Ungarische Volksaufstand begann am 23. Oktober 1956 mit einer friedlichen Demonstration von Studierenden der Budapester Universität. Bald schon schlossen sich zehntausende Bürger*innen der Demonstration an. Gemeinsam forderte die Menge demokratische Reformen. Zu diesen gehörten beispielsweise die Wiedereinsetzung von Imre Nagy als Ministerpräsident. Nagy hatte 1954 als Regierungschef mit Reformen … mehr

100 Jahre politischer Mord: Der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund

„Der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund hält alljährlich einen Deutschen Tag ab, der im vorigen Jahr in Weimar stattgefunden hat und dieses Jahr vom 14. bis 16. Oktober in Detmold abgehalten werden sollte. Diese deutsch-völkische Veranstaltung ist insofern von den Behörden beschränkt worden, als alle in Aussicht genommenen öffentlichen Veranstaltungen und … mehr

Das Wartburgfest – Eine Protestkundgebung mit bitterem Beigeschmack

Der Sieg in den Befreiungskriegen gegen Napoleon weckt in vielen Deutschen Hoffnungen auf die nationale Einheit. Doch es zeigt sich schnell, dass daraus wohl erst einmal nichts wird – zahlreiche Fürsten lassen sich viel Zeit damit, ihren Staaten Verfassungen zu geben, einige unternehmen nicht einmal den Versuch. Vor allem im … mehr

100 Jahre politischer Mord: Linke Gewalt und Presse

„Haltern, 7. Oktober. An der Stelle, wo am 2. Mai 1920 Graf Westerholt meuchlings ermordet wurde, ist ein mächtiger Kieselstein, Findling errichtet. Zehn Pferde zogen den 150 Zentner schweren Stein […] nach der Ermordungsstelle, die bisher nur ein einfaches Holzkreuzchen bezeichnete. In den Stein soll eine Bronzeplatte zum Andenken eingelassen … mehr

100 Jahre politischer Mord in Deutschland: Der Mythos Hindenburg und die Dolchstoßlegende

„Auf die Frage, ob es nicht auch die Pflege des Geistes der deutschen Wehrhaftigkeit nötig sei, erwiderte Hindenburg: ‚Ja, und das bedeutet noch lange nicht Krieg. […] Trotzdem müssen wir immer daran denken, jenen Geist zu pflegen, um für alle Entwicklungsmöglichkeiten vorbereitet zu sein. Vergeblich wehrt man als Legende ab … mehr

Zivi im Alten- und Pflegeheim

Vor 60 Jahren wurde der Zivildienst in der BRD eingeführt, 2011 traten die letzten Zivis ihren Dienst an. In unserer Themenreihe “Stets zu Diensten” veröffentlichen wir die Berichte von (ehemaligen) Zivildienstleistenden, Freiwilligen und Menschen, die einen Wehrersatzdienst geleistet haben. Daniel Friedmann hat in den Jahren 1992 und 1993 in der … mehr

100 Jahre politischer Mord: Ein Polizeipräsident als Schützer rechter Gewalttäter

„München. Heute Vormittag hat sich der bisherige Polizeipräsident Pöhner offiziell von den Beamten der Polizeidirektion und der Landespolizei verabschiedet. Er appellierte dabei an die Beamten, den Geist der Sauberkeit und Lauterkeit stets aufrecht zu erhalten, sich nicht von der Wandelbarkeit der Gesinnungen anstecken zu lassen und die Angriffe und Verleumdungen … mehr

Friedrich Hecker: Freiheitskämpfer und Mythos

Fast wie ein Räuberhauptmann muss Friedrich Hecker im April 1848 ausgesehen haben. In blauer Bluse, Stulpenstiefeln und einem breitkrempigen Hut führt er seine Anhänger von Konstanz Richtung Karlsruhe. Ein seltsamer Aufzug für einen Anwalt und Parlamentarier… Ziel des sogenannten Heckerzugs ist es, in Konstanz mit dem Sturz des Großherzogs die … mehr

Vom Fahrdienst in die Förderschule

Vor 60 Jahren wurde der Zivildienst in der BRD eingeführt, 2011 traten die letzten Zivis ihren Dienst an. In unserer Themenreihe “Stets zu Diensten” veröffentlichen wir die Berichte von (ehemaligen) Zivildienstleistenden, Freiwilligen und Menschen, die einen Wehrersatzdienst geleistet haben. Andreas Raab ist 45 Jahre alt und Förderschullehrer an einer Schule … mehr

30 Jahre Zivil- und Freiwilligendienst

In unserer Themenreihe “Stets zu Diensten” veröffentlichen wir die Berichte von (ehemaligen) Zivildienstleistenden, Freiwilligen und Menschen, die einen Wehrersatzdienst geleistet haben. Michael Bross ist Referatsleiter für Freiwilligendienste bei der Caritas der Erzdiözese Freiburg. Der folgende Beitrag ist die Abschrift eines Interviews. Beratung von Kriegsdienstverweigerern Zivildienst hat meine Biografie wesentlich mitbestimmt. Begonnen hat es mit meiner Kriegsdienstverweigerung Ende der … mehr

100 Jahre politischer Mord: Bayern als Rückzugsort für Republikfeinde

„Die Verhandlungen in München über die Differenz Bayerns mit der Reichsregierung und die Berliner Vorschläge zu deren Lösung haben gestern zu einer Ministerkrisis geführt; Ministerpräsident v. Kahr und der Justizminister Dr. Roth haben ihren Rücktritt angezeigt […].“ So berichtete der „Badische Beobachter“ am 12. September 1921. Vorausgegangen war eine längere … mehr